Machts noch Spaß? - Die Versicherungsvermittlerrichtlinie (VVR) und die VVG-Reform…

Was war das schön… vor dem 22.05.2007! Niemand klagte, (fast) alle waren glücklich - doch nun ist sie da, die Versicherungsvermittlerrichtlinie (VVR). Wenn ich nun noch daran denke, was ab 2008 mit der (viel schlimmeren) VVG-Reform auf die Vermittler zukommt…

Was? Bahnhof? Na gut, hier eine kleine Erklärung: Versicherungsvermittler müssen aufgrund der VVR jede Beratung dokumentieren, die zu einem möglichen Neuabschluß -egal welcher Versicherung- führt. Der mündige Bürger, der im Prinzip seine Versicherungen immer selbst auswählte, wird nun mit erheblichem Zeitaufwand zu einer Unterschrift unter ein Protokoll gequält. Allerdings kann der Kunde auch den Beratungsverzicht wählen (einfach für den Kunden UND den Vermittler, aber bei der Falschberatung gibts auch keine Ansprüche seitens des Kunden -> ergo: blöd für den Kunden!) - was auch aus meiner Sicht als Versicherungsmakler schlecht ist. Bisher hat man gut beraten, die schwarzen Schafe haben Haftungsdächer und können weiter ohne Fachwissen, dafür aber mit gewohnter Provisionsgier vermitteln. Schade, die VVR hat ihr Ziel verfehlt!

Ab dem 1.1.08 gibt es dann noch die VVG-Reform. Ist alles noch nicht endgültig “durch”. Klar. Wenn man keine Ahnung hat, dauerts eben länger… Was heißt das denn dann? Tja, es gibt eben eine Reform. Und das VVG ist das Versicherungsvertragsgesetz. Da gibt es allerlei neue Sachen, die natürlich besser für den Verbraucher sind (wirklich?). Für uns als UNABHÄNGIGER Makler, der mit rund 70-80 Gesellschaften zusammen arbeitet, heißt die Reform im Prinzip: ANBAUEN! Oder einfach schlechter beraten! Warum? Also, man muss dem Kunden (sogar allen möglichen Interessenten) die kompletten Vertragsbedingungen VOR Vertragsabschluss aushändigen - man kann sich bei der Anzahl der Gesellschaften und der vielen unterschiedlichen Versicherungssparten ausmalen, dass man für die ganzen Unterlagen eine Menge Platz braucht… oder aber man hat nur noch seine 2-3 Gesellschaften, da hat dann der Kunde eben den Nachteil einer geringeren Auswahl.

Insbesondere für die Lebens- und Krankenversicherung gilt dann auch das Kosten-Offenlegungs-Prinzip: Wieviel Gebühren (in Euro, nicht in Prozent!) werden bei Abschluss der Versicherung fällig? Und wenn der Kunde dann hört: “3.000,- Euro” (was nicht ungewöhnlich wäre), fällt ihm die Kinnlade runter und er verzichtet lieber auf den Abschluss z. B. der Berufsunfähigkeitsversicherung. Na toll, aber im Falle eines Falles hilft ihm ja der Staat weiter… Können Sie sich vorstellen, Sie gehen zum Bäcker und der gibt Ihnen die 2 Brötchen nicht, die Sie wünschen, sondern er sagt: “Bevor ich ihnen die Brötchen gebe: Für ein Brötchen berechne ich ihnen 0,45 Euro, davon sind 0,20 Euro mein Verdienst, 0,05 Euro umgelegte Ladenmiete, 0,15 Euro Wasser, Mehl und sonstige Zutaten und 0,05 Euro für den Lohn meiner Angestellten… bitte unterschreiben sie hier, dass sie das zur Kenntnis genommen haben!”. Na, schönen Dank, Verbraucherschützer. Aber so wird es kommen!

So, nun will ich mein Frustschreiben mal beenden - schließlich müssen wir alle wegen einigen wenigen Unwissenden/Unverbesserlichen mehr Arbeit in Kauf nehmen oder mehr Zeit aufwenden und damit auf Geld verzichten oder solches ausgeben (z.B. auch am Flughafen, wo wegen einer Handvoll weltweiter Terroristen ALLE Reisenden von Kopf bis Fuß gefilzt werden und eine Menge Einbußen hinnehmen müssen). Ach ja, übrigens: Es gibt auch noch die MiFID (Markets in Financial Instruments Directive, zu deutsch: Richtlinie über Märkte für Finanzinstrumente), die dann für den Fondsbereich gilt. Aber das ist ein anderes Thema ;-)

3 Reaktionen zu “Machts noch Spaß? - Die Versicherungsvermittlerrichtlinie (VVR) und die VVG-Reform…”

  1. Sparfuchs

    Na Klar !

    Na klar, macht doch Spasssss vom Kunden eine Einmalprovision + Bestands
    provision zu bekommen.

    Mal hier 1000 Euro, mal hier 2000 Euro mal hier 3000 Euro !

    Für was ????

    Ich gehe lieber zu einem Vedrsicherungsberater der gegen Honorar für mich
    arbeitet und fachlich Top ausgebildet ist.

  2. Markus Oellers

    Schade, dass der Kommentar anonym erfolgte - auch, wenn die E-Mail kein Fake zu sein scheint…

    Fakt ist: Als Versicherungsmakler darf man (leider) keine Honorarberatung betreiben (außer bei Gewerbekunden). Zudem bieten die meisten Versicherer keine Honorartarife an (echte Honorartarife ohne jegliche Abschlußkosten).

    Für uns wäre die Honorarberatung interessant, aber wir arbeiten auch jetzt bereits nicht provisions-, sondern lösungsorientiert. Natürlich gibt es immer mal wieder Vermittler (gerade bei Strukturvertrieben), die -teils auch aus Druck- bestimmte Anbieter favorisieren (warum auch immer…) - aber erstens haben die (langfristig) keine zufriedenen Kunden und zudem i.d.R. viel Storno. Diese Art der Arbeit macht also auf längere Sicht keinen Sinn - viel (schlechte) Arbeit, wenig Lohn…

    Und: Lieber Sparfuchs, mal an die Kunden gedacht, die wenig Geld haben und vielleicht 25,- Euro im Monat sparen möchten? Lohnt sich für die ein Honorar von, sagen wir mal, 300-500 Euro? Dann doch lieber “diskontiert” als Provision (bzw. Courtage, wie es ja beim Versicherungsmakler heißt). Außerdem: Selbst bei uns kommt es vor, dass wir eine kostenlose (!) Beratung durchführen, der Kunde aber nicht oder woanders abschließt. Das wird -wenn man so will- von den abschließenden Kunden mitbezahlt. Ist doch fair, oder? ;-)

  3. Sparfuchs

    Sehr geehrter Herr Oellers !

    Punkt 1: Strukkis Nein Danke

    Aber diese Allfinanzvertriebe haben leider wirtschaftlichen Erfolg !

    Provisonsmaximierung heißt das Zauberwort !

    Punkt 2 : Kleinsparer mit 25 Euro im Monat

    Ich kenne Z.B einen Honorarberater der Stundensätze von mehr als 250 Euro nimmt ( Bei komplexen VermögensanLAGEN )

    Aber gerade dieser Berater hat auch Kunden die” nur “25 Euro im Monat
    sparenkönnen

    Das heißt 1 % der Beitragssumme per Anno werden als Honorar berechnet.
    Und diese Honorarberatung ist auch steuerlich absetzbar.

    Und welcher Sparform rechnet sich wohl ?

    Nartürlich die Entgeldumwandlung mit ungezillmerten Gruppenverträgen.

    Da kommt eine richtig gute Summe heraus ! oder ????

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